Oracle Hybrid Columnar Compression oder Advanced Compression?

In der Vergangenheit wurde häufiger angefragt, wo der Unterschied zwischen Advanced Compression und Hybrid Columnar Compression ist und ob es Sinn macht, beide Komprimierungstechniken der 11g Datenbank gleichzeitig einzusetzen. Advanced Compression (ACO) ist seit Version 11g eine kostenpflichtige Option zur Oracle Datenbank Enterprise Edition (EE). Hybrid Columnar Compression (HCC) hingegen, ist ein kostenloses EE-Feature, das ab Version 11.2.0.3 für alle Oracle Storage Systeme freigegeben wurde (Exadata Storage, ZFS Storage Appliance, Pillar Axiom).

Als erstes stellt sich die Frage, was komprimiert werden soll.

Sind es Tabellendaten, so hat man die Wahl zwischen 4 Verfahren: OLTP Table Compression (Bestandteil von ACO), Warehouse Compression (Bestandteil von HCC), Archive Compression (Bestandteil von HCC) und Basic Compression (Feature der Enterprise Edition).  In derselben Datenbank können die Verfahren koexistieren. Welche Komprimierungsmethode mehr Sinn macht, hängt von der Art des Zugriffs auf die Tabellendaten ab. OLTP Table Compression eignet sich für Tabellen, in denen die Daten häufig verändert werden. Tabellen, auf die überweigend lesend zugegriffen wird, sollten mit Basic Compression oder -noch speicherplatzeffizienter- mit Warehouse Compression komprimiert werden. Archive Compression ist das beste Komprimierungsverfahren für Tabellen, die für Compliance-Zwecke aufbewahrt und kaum verwendet werden. Sind die Tabellen Tabellen partitioniert, so können sie mit ACO und HCC gleichzeitig komprimiert werden. In meinem kürzlich erschienenen Artikel erfahren Sie mehr über die einzelnen Algorithmen und deren Einsatzgebiete.

Unstrukturierte und semistrukturierte Daten in der Oracle Datenbank (Bilder, Textdokumente, XML-Dateien u.ä.) lassen sich nur mit Advanced Compression komprimieren und nur wenn sie als SecureFiles LOBs gespeichert sind. Ab 11g R1 ist SecureFiles eine neue Storage Architektur für Large Objects.

Indizes können unabhängig von den dazugehörigen Tabellen komprimiert werden. Dazu benötigen Sie weder ACO noch HCC. Die Komprimierung von Indizes ist eine Funktionalität jeder Datenbankedition.

Möchte man Datensicherungen (Backups) mit Mitteln der Oracle Datenbank komprimieren, müssen die Backups mit Oracles Sicherungswerkzeug – dem Recovery Manager (RMAN) – durchgeführt werden. Weiterhin müssen die Backups als Backup Sets (und nicht als Image Copy) gespeichert werden. Bei der Erstellung der Backups hat man die Wahl zwischen 4 Komprimierungsalgorithmen BASIC, LOW, MEDIUM, HIGH. Hinter BASIC verbirgt sich die Default RMAN Compression. Sie ist in jeder Datenbankedition (Standard oder Enterprise Edition) ohne Zusatzkosten erlaubt. Die anderen 3 Algorithmen sind Bestandteil von Advanced Compression.

Mit Data Pump exportierte Daten können ebenfalls komprimiert werden. Metadaten kann man ohne Weiteres in jeder DB-Edition komprimieren. Möchte man Daten und Metadaten komprimieren oder nur die Daten, so ist Advanced Compression erforderlich.

Nicht zuletzt kann auch den Netzwerkverkehr zwischen Primary und Standby Datenbank (genauer die Redo Logs) in einer Data Guard Konfiguration komprimieren, um Bandbreite einzusparen. Dafür benötigt man auch Advanced Compression.

Fazit: Advanced Compression und Hybrid Columnar Compression lassen sich kombinieren, um das gesamte Komprimierungspotenzial der Oracle Datenbank auszuschöpfen.

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