Positive Überraschung: die GUI in Enterprise Manager 12c

Kleider machen Leute. Auch bei einem Administrationswerkzeug spielt die Oberfläche eine wichtige Rolle und entscheidet, ob das Tool gerne oder überhaupt verwendet wird. Bis zum aktuellen Release war die GUI nicht die Stärke des Oracle Enterprise Managers. Doch die Version 12c kommt mit einer stark überarbeiteten Benutzeroberfläche. Ich stelle hier einige Features vor, die mir aufgefallen sind.

Kurz zum Oracle Enterprise Manager: es ist ein Web-basiertes Framework zur Administration des gesamten Rechenzentrums. Es bietet zentralen Zugang zu einer Vielzahl von Oracle- und non-Oracle-Komponenten (Anwendungen, Middleware, Datenbanken, Betriebssystem, darunterliegende Hardware) und unterstützt bei Änderungs- und Konfigurationsmanagement, Patching, Verteilung und Installation von Software, Qualitätssicherung, Performance-Überwachung, Tuning und vieles mehr.

Menüs

Trotz der Fülle an Funktionen, kann man sich im Enterprise Manager 12c gut zurechtfinden. Im oberen Bereich des Bildschirms befindet sich zwei Menüleisten, die immer angezeigt werden, egal auf welcher Seite man unterwegs ist. Darin befinden sich die Hauptmenüs Enterprise, Ziele, Favoriten, Historie, Setup und Hilfe. Sie ermöglichen eine schnelle Navigation zum gewünschten Bereich.

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Weiterhin hat jede Komponente ein oder mehrere eigene Menüs. Sie befinden sich im Header der Komponente, unterhalb der globalen Menüleisten, und enthalten Links auf Unterseiten, spezifisch für die jeweilige Komponente. Zwei Beispiele für die Menüs auf der Seite einer Datenbankinstanz und eines Hosts.

        

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Homepage, Favoriten, Historie

Enterprise Manager 12c zeigt standardmäßig nach der Anmeldung die Seite Enterprise-Überblick, eine Zusammenfassung aller überwachten Ziele. Im Enterprise Manager Jargon ist Ziel eine Anwendung, Datenbank, Middleware- oder Hardware-Komponente, alles was die IT ausmacht. Die Standard-Homepage informiert über die Anzahl der Ziele, zeigt ihren Status (heruntergefahren/hochgefahren) in einem Kuchendiagramm an und gibt Auskunft über die eingetretenen Vorfälle und Probleme und über die laufenden Jobs. Außerdem findet man Patchempfehlungen, eine Übersicht über den SW-/HW-Bestand, Compliance-Angaben und die Liste der Service-Requests beim Oracle Support samt Bearbeitungsstatus.

Man kann seine Einstiegsseite selber auswählen. Über Setup > Meine Voreinstellungen > Meine Homepage wählen… gelangt man zu 9 vordefinierten Seiten für verschiedene Rollen, z.B. Datenbankadministrator, Middleware-Administrator, SOA-Architekt, IT-Bereitschaftsdienst, IT-Führungskraft. Wenn diese vorkonfigurierten Seiten nicht zum eigenen Aufgabenbereich passen, kann man jede andere Seite im Enterprise Manager zu seiner Homepage machen: Setup > Meine Voreinstellungen > Aktuelle Seite als Homepage festlegen.

Man gelangt auf die Homepage über einen der beiden Links Enterprise Manager oder Cloud Control 12c  in der oberen linken Ecke, oder über das Menü Favoriten > Home-Symbol.

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Unabhängig von der Homepage kann man häufig verwendete Seiten als Favoriten speichern. Das Menü Historie ist vergleichbar mit der Historie im Browser. Es speichert die letzten 10 aufgerufenen Links und dient ebenfalls der schnellen Navigation.

Suchfunktion

Im Enterprise Manager 12c gibt es mehrere Möglichkeiten nach einer Komponente zu suchen. Kennt man den Namen der Komponente (oder einen Teil davon), kann man ihn ins Suchfeld Zielname suchen eingeben.

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Alternativ kann man sich über das globale Menü Ziele > Alle Ziele alle Komponenten anzeigen lassen und über den Bereich Suche einschränken nach Zieltyp, -status, -version, Plattform und Betriebssystem filtern.

Eine komplexe Suche kann man speichern (z.B. alle hochgefahrenen Ziele mit dem Namen „prod“) und später wiederverwenden. Die gespeicherten Suchen findet man im globalen Menü Favoriten > Saved Searches oder auf der Seite Alle Ziele.

Wenn man die gewünschte Komponente identifziert hat, kann man sie anklicken um auf die Komponentenseite zu gelangen, oder man kann sich mit Rechtsklick das Kontext-Menü der Komponente anzeigen lassen. So spart man u.U. Navigationsschritte und gelangt schneller zu einer Unterseite.

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Personalisierte Darstellung

Die Seiten der Komponenten lassen sich individuell gestalten. Man kann die Anzeigebereiche per Drag and Drop verschieben und man kann sie ausblenden. Wechselt man in den den Bearbeitungsmodus über den Knopf Seite personalisieren (oben rechts), kann man noch mehr Einstellungen vornehmen: das Layout verändern, nicht relevante Bereiche entfernen und neue Inhalte hinzufügen.

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Angenommen ich benötige auf der Host-Seite Angaben zur Netzwerk I/O-Rate. Ich klicke auf Inhalt hinzufügen > Diagramm Performance-Metrik hinzufügen > Schließen. Auf der Host-Seite wird ein Bereich für das Diagramm reserviert. Um den Inhalt zu konfigurieren, klicke ich auf das Bearbeitungssymbol oben rechts und wähle die Metriken zur Lese- und Schreibrate, die angezeigt werden sollen. Zum Schluss benenne ich mein Diagramm. Man verlässt den Edit-Modus und speichert die Änderungen mit dem Knopf Schließen. Die Standard-Darstellung einer Seite kann man über den Knopf Seite zurücksetzen wiederherstellen.

             

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Sprachumstellung

Wie in den Vorgängerversionen, kann man die Anzeigesprache über die Spracheinstellung des Browsers festlegen. Z.B.  in Mozilla Firefox über Tools > Options > Content > Languages. Ist Deutsch als bevorzugte Anzeigesprache eingetragen, wird der Enterprise Manager auf Deutsch angezeigt. Die Übersetzung ist größtenteils gelungen, wennauch nicht konsequent und nicht vollständig: triviale Begriffe wie „Enterprise“ werden nicht übersetzt; Begriffe erscheinen -abhängig vom Kontext- mal auf Deutsch („Gespeicherte Suche“), mal auf Englisch („Saved Searches“).

Was muss lizenziert werden?

In den letzten Versionen des Enterprise Managers war es nicht immer einfach herauszufinden, welche Funktionalitäten lizenzpflichtig waren. Enterprise Manager 12c ist besser geworden!

Über das Menü Setup > Management Packs > Packs für diese Seite aufrufen bekommt man Auskunft, ob die Seite, auf der man sich gerade befindet, Lizenzen erfordert. Im Beispiel sieht man, dass die Performance-Seite  Top Aktivität auf das Diagnostics Packs zugreift.

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Weitere Informationen über die lizenzpflichtigen Management Packs bekommt man über Setup > Management Packs > Lizenzinformationen. Die tabellarische Übersicht gibt auch Aufschluss über die Abkürzungen im Zusammenhang mit den Packs (DD, DT, …).

Man kann – wie in der Vorgängerversion 11g – die Kennzeichnung der lizenzpflichtigen Links einschalten: Setup > Management Packs > Management Pack-Informationen anzeigen. Die Management Packs werden in Klammern angezeigt, überall dort wo sie aufgerufen werden. So weiß man vor dem Zugriff auf eine Seite, ob sie eine Lizenz voraussetzt. z.B. eine Datenbank in eine Clusterdatenbank konvertieren verlangt eine Lizenz für das Database Lifecycle Management Pack.

 

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Fazit

Das neue Release des Enterprise Managers überzeugt durch ein schönes Design, benutzerfreundliche Bedienung und verbesserte Navigation. Ein Grund mehr, um seine Oracle (Cloud/non-Cloud) Infrastruktur mit dem Enterprise Manager zu verwalten.

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