VirtualBox: Netzwerkkonfiguration für Entwicklungs- und Testzwecke

Es ist einfacher auf virtuellen Maschinen zu entwickeln, wenn man vom Host-System auf die Gastmaschinen direkt zugreifen kann (z.B. per SSH). Für ein Szenario, in dem jede Gastmaschine eine andere Funktion realisiert (z.B. VM1 Datenbankserver , VM2 Application Server), müssen die Gastmaschinen untereinander kommunizieren. Außerdem benötigen sie i.d.R. Internetzugang (z.B. für Software-Downloads).  Bei virtuellen Maschinen für Test- oder Entwicklungszwecke ist es jedoch nicht erwünscht, dass sie von außerhalb des Hosts – aus dem Internet oder aus dem Netzwerk des Hosts – erreichbar sind.

Dieser Artikel zeigt, wie man eine virtuelle Maschine mit VirtualBox 4.1.8 für die oben beschriebenen Anforderungen konfigurieren kann. In den Beispielen verwenden wir einen Host mit Windows 7 und eine Gastmaschine mit Oracle Linux 5.

1. Internetzugang für Gastsysteme

Dafür weist man der virtuellen Maschine ein Netzwerkadapter für NAT zu. Bei NAT (Network Address Translation) verwendet der Gast die darunterliegende Netzverbindung des Hosts, um sich mit dem Internet  zu verbinden.

Nun kann man aus der virtuellen Maschine surfen. Vor der Außenwelt ist die VM jedoch verborgen: weder der Host noch andere Guests können mit dem Gastsystem kommunizieren. NAT ist die Standardeinstellung bei VirtualBox.

2.   Kommunikation zwischen dem Host- und dem Gastsystem und zwischen Gastsystemen untereinander

Dafür benötigt die virtuelle Maschine einen zweiten Netzwerkadapter, diesmal vom Typ Host-only. Über den Host-only Adapter wird ein privates Netzwerk aufgebaut, bestehend aus dem Host und der Gastmaschine(n). Die Systeme innerhalb des privaten Netzwerks können untereinander Daten austauschen.

Das private Netz heißt in diesem Fall VirtualBox Host Only Ehternet Adapter und ist vorkonfiguriert. Einsicht in die Einstellungen bekommt man im VirtualBox Manager via Datei  > Globale Einstellungen…  > Netzwerk. Darüber kann man auch weitere Host-Only Netzwerke hinzufügen.

VirtualBox verfügt über einen eingebauten DHCP Server, den man für die Verwaltung der IP-Adressen auf dem privaten Netzwerk nutzen kann. Alternativ kann man den DHCP Server deaktivieren und statische IP-Adressen zuweisen. Wir zeigen im Folgenden, wie man seiner virtuellen Maschine eine statische IP-Adresse zuweist.

Zuweisung  einer statischen  IP-Adresse

Die statischen IPs müssen auf dem Host-only Netzwerk liegen. Das Netzwerk selber wird von VirtualBox bereitgestellt; man kann es sich auf dem  Windows-Host mit ipconfig anzeigen lassen.

Jede Adresse im Format 192.168.56.* ist zulässig. Außer 192.168.56.1, denn das ist die Adresse des Hosts. Wir werden unserer Maschine die IP 192.168.56.2 zuweisen. Wir starten die Gastmaschine. In Oracle Linux kann man das Netzwerk über System > Administration > Network konfigurieren.

In diesem Beispiel ist die Netzwerkschnittstelle eth0 dem NAT Adapter und eth1 dem Host-Only Adapter zugeordnet.  Auf der Konfigurationsseite von eth1 (Doppelklick) kann man die statische IP-Adresse eintragen.

Nach Deaktivieren/Aktivieren des Netzwerkadapters sind die neuen Einstellungen sichtbar.

Der Host und andere Gastsysteme auf dem privaten Netzwerk erreichen die virtuelle Maschine über die IP-Adresse: 192.168.56.2.

Zugriff auf den Oracle Datenbankserver/virtuelle Maschine von einem Client/Hostsystem

Zunächst muss der Oracle Client heruntergeladen und auf dem Host installiert werden. Um alle Utility Tools nutzen zu können (u.a.  den Recovery Manager, RMAN) empfiehlt es sich, die Administrator Installation vorzunehmen.

Nach der Client-Installation muss nur noch die Verbindung zum Datenbankserver konfiguriert werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten dies zu tun, z.B. über den Oracle Net Manager. Auf einem Windows-Host: Startmenü > Oracle Client Home > Konfiguratios- und Migrationstools > Net Manager, auf einem Linux-Host $ORACLE_HOME/bin/netmgr aufrufen. Unter Dienstbenennung einen neuen Eintrag erstellen.

Der Service-Name ist der Name des DB Services, mit dem man sich verbinden möchte. Der Host-Name ist die IP-Adresse des Rechners, auf dem der Datenbankserver läuft (in diesem Fall die virtuelle Maschine mit der IP-Adresse aus dem letzten Schritt). Der Port ist standardmäßig 1521.

Jetzt kann man auf die Datenbank zugreifen. Hier 2 Beispiele:

  • SQL*Plus
    in einem Terminal auf dem Hostsystem:
    > sqlplus sys/<passwort>@orcl   as sysdba
    oder auf einem Windows-Host: Startmenü > Oracle Client Home > Anwendungsentwicklung >SQL Plus, dann
     sys@orcl as sysdba und Passwort eingeben
  • Recovery Manager (RMAN)
    in einem Terminal auf dem Hostsystem:
    > rman target sys/<passwort>@orcl
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